Manchen Reiterinnen sehen Sie zu und denken sich, dass Sie selbst auch nicht, so wenig wie das Pferd, verstehen würden, was eigentlich verlangt ist. Oft folgt schon eine Bestrafung bevor das Tier überhaupt weiß, was es hätte tun sollen.

Etablieren Sie eine Kommunikation mit Ihrem Pferd: Verwenden Sie immer die gleichen Anweisungen für den gleichen Handlungswunsch (am Anfang sollte auch die Situation, also der Ort etc. gleich sein). Zerlegen Sie alles in kleine verstehbare Einzelschritte und geben Sie Ihrem Pferd Zeit, das Gewünschte umzusetzen. Mit jedem Erfolgserlebnis bei dem er gelobt wird, wird er motivierter mitarbeiten. Bleiben Sie bewusst und nehmen Sie selbst in jeder Situation wahr, was Sie tun und erreichen möchten. Behalten Sie Überblick, Ruhe und gute Laune. Geben Sie Ihrem Pferd Sicherheit durch Ihre eigene positive Ausstrahlung. Stellen Sie sich immer genau bildlich vor, was Sie in einer Situation möchten (und auf keinen Fall, was Sie nicht möchten) und verdeutlichen Sie Ihrem Pferd immer, was Sie möchten. Loben Sie ihn, wenn es geklappt hat. Bleiben Sie dran bis es klappt, seien Sie konsequent, aber fordern Sie nicht zu viel auf einmal, damit die Aufgabe lösbar bleibt und Sie und ihr Pferd kein negatives Ergebnis bekommen.

Wenn Sie Ihrem Pferd durch eine gute gegenseitige Kommunikation die Chance geben, selbst aktiv Aufgaben zu lösen, also freiwillig Leistung zu bringen, wird Ihnen das Reiten viel mehr Spaß machen, alles wird freier und leichter und ihr Pferd wird Freude an seiner eigenen Bewegung empfinden, eine gute Ausstrahlung haben und gesund bleiben.

Verpassen Sie den Zeitpunkt nicht an dem Ihr Pferd „einfach nicht mehr kann“. Wenn seine Muskeln nach vielen Wiederholungen übersäuert sind, dann kann er die Leistung einfach nicht mehr bringen. Es nützt nichts, ihn dann noch weiter zu zwingen. Wenn er vorher schon weiß, dass er nachher in Lektionen geschrubbt wird bis er absolut nicht mehr kann und Schmerzen empfindet, dann wird er von Beginn an versuchen sich zu schonen und keine schönen Bewegungen zeigen. Bitte versuchen Sie immer wieder eine Kommunikation zu etablieren und zu hören, was er Ihnen sagen könnte. Machen Sie ausreichend viele Dehnungspausen um die Muskulatur locker zu behalten, ihn zu loben und seine Motivation zu erhalten. Ein durch Stress oder Überarbeitung verspannter Muskel schmerzt und lässt sich nicht weiter aufbauen. Ab dem Moment, ab dem die Muskulatur nicht mehr voll arbeiten kann, werden Bänder und Sehnen überbelastet und es kann zu Krankheiten kommen.

Gehen Sie über auftretende Probleme nicht aus Zeitmangel hinweg. Diese Probleme werden sonst an anderer Stelle und vermehrt wieder auftreten. Nehmen Sie sich die Zeit und Ruhe, ein Problem gleich im Ansatz zu lösen. Oft weisen auftretende Probleme auf etwas Grundlegendes hin, z.B. auf eine nicht gegebene missglückende Kommunikationsbasis. Denken Sie nach und finden und korrigieren Sie die Ursache. Lassen Sie sich nicht auf eine direkte gewaltsame Auseinandersetzung mit dem Pferd ein – es klappt nicht oder nur momentan und es wird so viel Vertrauen dadurch zerstört.

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