Blutegel sind archaische Tiere, die seit 450 Millionen Jahren existieren. Sie gehören zu den Ringelwürmern. Für medizinische Zwecke eingesetzt werden der Hirudo medicinalis, der Hirudo verbana und der Hirudo orientalis. Die weltweit ca. 600 Arten sind in Europa noch in wenigen Gebieten in ihrer natürlichen Umgebung zu finden. Lebensräume sind eutrophe, schlammige Stillgewässer mit reicher Verkrautung aus Wasserpflanzen.

Medizinische Blutegel werden an Geweben eingesetzt, die durch pathologische Prozesse oder schon von vornherein sehr wenig durchblutet sind, z. B. Sehnen. In traumatisiertes, ödematisiertes und kaum durchblutetes Gewebe kommt wenig hinein und wenig hinaus. Die physiologischen Gewebefunktionen und die Heilungsprozesse können aber nur ablaufen, wenn das Gewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff aus dem Blut versorgt wird und umgekehrt Abfallstoffe über Blut und Lymphflüssigkeit abtransportiert werden können.

Durch den Biss eines Blutegels entsteht an der Bissstelle ein Mikroaderlass von 20-50 ml Blut, im weiteren Verlauf noch einmal von ca. 50 ml durch die Nachblutung. Im Speichel des Blutegels sind blutgerinnungshemmende, entzündungshemmende, antithrombotische, gefäßkrampflösende und lymphstrombeschleunigende Stoffe. Saure Metabolite und chemotaktische Faktoren werden aus dem Gewebe entfernt, es entsteht eine verbesserte Mikrozirkulation und eine schmerzstillende Wirkung.

Foto: Sandra Malz

 

Indikationen für den Einsatz von Blutegeln sind


  • Arthrose
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündung
  • Hämatome
  • Unterstützende Therapie bei Hufrehe
  • Gallen
  • Piephacke
  • Operationsnachsorge
  • Hufrollenentzündung
  • Sommerekzem